Prof. Dr. Jutta Rump, Institut für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen

In einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, passende Fachkräfte für das eigene Unternehmen zu finden, gewinnt das Thema Mitarbeiterbindung zunehmend an Bedeutung. Bereits seit neun Jahren fragen wir in unserem „HR-Report“ gemeinsam mit der Hays AG Entscheiderinnen und Entscheider in Unternehmen, welche Instrumente sich zur Bindung der Mitarbeitenden ihrer Einschätzung nach am besten eignen. Dabei zeigt sich, dass es gewisse „Dauerbrenner“ gibt. Zu diesen zählen ein gutes Betriebsklima, interessante Aufgaben und eine marktgerechte Entlohnung. Eine hohe Bedeutung nehmen auch Beschäftigungssicherheit, flexible Arbeitszeiten sowie Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ein. Erfreulich ist, dass sich ein Trend zur verbesserten Umsetzung der als bedeutsam erachteten Bindungsinstrumente abzeichnet – der sogenannte „Talking-Action-Gap“ wird kleiner.

Prof. Dr. Jutta Rump
Institut für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 4. Auflage 2020

Henning Fahrenkamp, Mitglied des Aufsichtsrats der Belano medical AG

Mitarbeiterbindung war in der Pharmaindustrie schon vor dem Fachkräftemangel wichtig und ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Denn ohne hochspezialisierte Fachkräfte ist Forschung, Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Arzneimitteln nicht möglich. Mitarbeiter bindet man aus meiner Sicht nicht nur durch ein adäquates Gehaltsgefüge langfristig ans Unternehmen, sondern auch durch andere Anreize. Dazu gehören Entwicklungsperspektiven, Handlungsspielräume und flexible Arbeitsformen, die der Work-Life-Balance Rechnung tragen.

Henning Fahrenkamp
Mitglied des Aufsichtsrats, Belano medical AG
Hauptgeschäftsführer, Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), 2002-2018

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 4. Auflage 2020

Prof. Dr. Arnold Weissman, Weissman & Cie.

Es wird immer andere Unternehmen geben, die höhere Löhne und Gehälter bezahlen. Auf der rein monetären Ebene werden Sie dieses Spiel nicht gewinnen können. Die materielle Seite muss die notwendigen Voraussetzungen schaffen, hinreichend aber wird sie nicht sein können. Sie werden etwas Zusätzliches bieten müssen, das ich „gesteigerte Lebensqualität am Arbeitsplatz“ nenne. Möglichkeiten der Weiterbildung und Selbstentwicklung zählen dazu ebenso wie eine vertrauensvolle Unternehmenskultur, eine authentische, wertbasierte Führung und ein hohes Maß an Selbstbestimmung. Mitarbeiter wollen wissen, wo das Unternehmen steht, wo die Reise hingeht und wie ihr Anteil daran aussehen kann.

Prof. Dr. Arnold Weissman
Weissman & Cie.

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 2. Auflage 2016

Dr. Sahra Wagenknecht MdB, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE

Ein Unternehmen, das seine Mitarbeiter binden will, muss sie fair behandeln. Gute Tariflöhne und Arbeitsbedingungen sowie Respekt vor Mitbestimmung gehören dazu, genauso wie persönliche Anerkennung und die Rücksichtnahme auf Phasen, in denen Mitarbeiter mehr Zeit für ihre Familie oder ihre Gesundheit brauchen. Eine starke Bindung resultiert auch aus gemeinsamen Zielen: wenn Mitarbeiter ihre Arbeit als sinnvoll und wichtig empfinden und ihre Talente in der und durch die Arbeit entfalten können.

Dr. Sahra Wagenknecht
Mitglied des Deutschen Bundestages
Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 3. Auflage 2018

Gunther Wölfges, Vorsitzender des Vorstands der Stadtsparkasse Wuppertal

Die Führung sollte darauf ausgerichtet sein, den Mitarbeitern eine möglichst starke Identifikation mit dem Unternehmen zu ermöglichen. Zusammen mit einem wertschätzenden Umgang, der Übertragung von Verantwortung und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten entsteht eine hohe Mitarbeiterloyalität. Eine angemessene, erfolgsorientierte Bezahlung und variable Arbeitszeitmodelle sowie ein Bewusstsein für Gesundheit runden die Mitarbeiterbindung ab.

Gunther Wölfges
Vorsitzender des Vorstands, Stadtsparkasse Wuppertal

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 2. Auflage 2016

Norbert Janzen, Director of Human Resources IBM Germany, Austria, Switzerland

Mitarbeiter sind die DNA eines Unternehmens, Mitarbeiterbindung daher ein kritischer Erfolgsfaktor. Und das in einem Arbeitsmarkt, der sich immer rascher bewegt, in der die Wechselwilligkeit insbesondere der jüngeren Generation extrem gestiegen ist. Das Engagement und die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen sind in der Regel nicht „käuflich“, sondern im Wesentlichen durch eine starke Unternehmenskultur geprägt.

Norbert Janzen
Geschäftsführer Personal, IBM Deutschland
Director of Human Resources, IBM Germany, Austria, Switzerland

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 3. Auflage 2018

Peter von Windau, ehem. Seniorpartner bei Roland Berger Strategy Consultants

Begeisterung kann durch große Freiräume und Delegation der Verantwortung erreicht werden. Wenn dabei etwas schiefgeht, hat man zusammenzustehen ‒ wenn sich besonderer Erfolg einstellt, freut man sich gemeinsam darüber und macht deutlich, wer hierzu beigetragen hat. Anerkennung und konstruktives Feedback sind dabei mindestens ebenso wichtig wie gerechte Entlohnung. Gelingt es nicht, ein Teammitglied zu begeistern, sollte bald nach einem Weg gesucht werden, das Arbeitsverhältnis fair zu beenden, da passive Mitarbeiter das Teamklima beeinträchtigen.

Peter von Windau
Ehem. Seniorpartner, Roland Berger Strategy Consultants
Gründer, Deutsche Gesellschaft für Mittelstandsberatung
Gründer und heutiger Beirat, Deutsche Juniorenakademie

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 3. Auflage 2018

Katharina Heuer, Geschäftsführerin Deutsche Gesellschaft für Personalführung e. V. (2013-2018)

Dass Geld allein nicht glücklich macht, ist ein alter Hut ‒ auch im Personalmanagement. Mitarbeiter schauen darauf, welches Gesamtpaket ihnen geboten wird. Gestaltungsspielraum hinsichtlich der Aufgaben, Flexibilität bei Arbeitsort und Arbeitszeit und Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns sind entscheidend bei der Frage, ob ein Mitarbeiter ins Unternehmen kommt und ob er bleibt. Ganz wesentlich aber, und das scheint aus Sicht des Employer Brandings und der Mitarbeiterbindung gerne mal aus dem Fokus zu geraten, sind die Führungskräfte. Gute Führung verstärkt die Bindung an das Unternehmen wie kaum ein anderer Faktor ‒ und umgekehrt. Wollen Unternehmen ihre Mitarbeiter nachhaltig binden, müssen sie in ihre Führungskräfte investieren, nicht in Hochglanzbroschüren.

Katharina Heuer
Geschäftsführerin, Deutsche Gesellschaft für Personalführung e. V. (2013-2018)

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 2. Auflage 2016

Friedrich Überacker, Geschäftsführer des Arbeitgeberverband Chemie Rheinland

Tarifverträge erhöhen Mitarbeiterbindung. Tarifverträge führen allgemein zu verbesserten Rahmenbedingungen für die Beschäftigten und stärken daher die Bindung an ihre Arbeitgeber. Besonders im Wettbewerb um Auszubildende und Fachkräfte ist die Tarifbindung eines Unternehmens von Vorteil, da sie ein positives Unternehmens- bzw. Branchenbild verstärkt.

Friedrich Überacker
Geschäftsführer, Arbeitgeberverband Chemie Rheinland

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 2. Auflage 2016

Markus W. Ebel-Waldmann, Präsident des VDL Bundesverband e. V. – Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt

Neben zeitgemäßen Formen der Rekrutierung neuer Fach- und Führungskräfte gilt es zukunftsorientierte Modelle und Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung als Erfolgsfaktor zu begreifen und im Unternehmen zu implementieren. Damit es nicht zu Engpässen kommt, ist es für Unternehmen von immenser Bedeutung, gute Mitarbeiter langfristig zu halten. Ein attraktives Gehalt allein reicht hier nicht aus. Zusätzliche Leistungen müssen zur Motivation und Bindung der Mitarbeiter fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie und Unternehmenskultur werden.

Markus W. Ebel-Waldmann
Präsident, VDL Bundesverband e. V. – Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 3. Auflage 2018

Prof. Dr. Thomas Schwartz, Universität Augsburg und Pfarrer in Mering

Es ist nicht das Streben nach Geld, das uns Menschen zu unseren Handlungen veranlasst. Es ist das Streben nach Glück. Geld ist nur eines von vielen möglichen Mitteln dazu, aber persönlich empfundenes Glück – das ist es, wonach wir im letzten streben.

Prof. Dr. Thomas Schwartz
Universität Augsburg, Wirtschaftsethik und Unternehmensethik
Pfarrer in Mering

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung ab 2. Auflage 2016

Stefan Ries, Mitglied des Vorstandes und CHRO von SAP

Um eine hohe Mitarbeiterbindung zu gewährleisten, leben wir bei SAP eine offene Kommunikationskultur (z. B. How We Run – Unternehmenswerte von Mitarbeitern für Mitarbeiter), investieren kontinuierlich in Aus- und Weiterbildung unserer Belegschaft (2017: 187 Mio. Euro Investment in Learning) und treiben Mitarbeiterengagement durch Innovationskampagnen (z. B. Intrapreneurship@SAP), soziale Projekte (z. B. Social Sabbatical) und finanzielle Anreize (Equity).

Stefan Ries
Mitglied des Vorstandes, SAP SE
Chief Human Resources Officer, SAP SE

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung ab 3. Auflage 2018

Dr. Gregor Gysi, Mitglied des Deutschen Bundestages

Das Verhältnis zwischen Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollte kein Herrschaftsverhältnis, sondern ein Vertrauensverhältnis sein, das sich an gemeinsamen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Zielen orientiert. Die Einen müssen den Unternehmern und Führungskräften angemessene Gewinne und Gehälter gönnen. Diese müssen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen gerechten, angemessenen Lohn gönnen. Maßlose Gewinne, überzogene Gehälter auf der einen Seite und Minientlohnungen auf der anderen zerstören das Arbeitsklima und schaden dadurch auch dem Unternehmen selbst.

Dr. Gregor Gysi
Mitglied des Deutschen Bundestages

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 2. Auflage 2016

Prof. Dr. Jutta Rump, Institut für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen

In einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, passende Fachkräfte für das eigene Unternehmen zu finden, gewinnt das Thema Mitarbeiterbindung zunehmend an Bedeutung. Bereits sehr mehreren Jahren fragen wir in unserem »HR-Report« gemeinsam mit der Hays AG Entscheiderinnen und Entscheider in Unternehmen, welche Instrumente sich zur Bindung der Mitarbeitenden ihrer Einschätzung nach am besten eignen. Dabei zeigt sich, dass ein gutes Betriebsklima und interessante Aufgaben gewissermaßen »Dauerbrenner« sind, gefolgt von einer marktgerechten Entlohnung, stärkenorientierter Personalentwicklung und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Dem letztgenannten Punkt misst insbesondere die jüngere Generation in Umfragen stets eine hohe Bedeutung bei ‒ das sollte aufhorchen lassen, denn gerade diese Nachwuchskräfte sind es, die immer schwerer zu finden sind und daher unbedingt an das Unternehmen gebunden werden sollten.

Prof. Dr. Jutta Rump
Institut für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 3. Auflage 2018

Henning Fahrenkamp als Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI)

Mitarbeiterbindung war in der Pharmaindustrie schon vor dem Fachkräftemangel wichtig und ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Denn ohne hochspezialisierte Fachkräfte ist Forschung, Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Arzneimitteln nicht möglich. Mitarbeiter bindet man aus meiner Sicht nicht nur durch ein adäquates Gehaltsgefüge langfristig ans Unternehmen, sondern auch durch andere Anreize. Dazu gehören Entwicklungsperspektiven, Handlungsspielräume und flexible Arbeitsformen, die der Work-Life-Balance Rechnung tragen.

Henning Fahrenkamp
Hauptgeschäftsführer, Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), 2002-2018

Gastkommentar zum Thema Mitarbeiterbindung, 2. Auflage 2016 – 3. Auflage 2018